Rücksichtsvoll sein.

Auch und vor allem zu sich selbst.

Vielleicht fangen wir damit an, was Selfcare alles nicht ist. Es ist kein Ego-Trip, der das eigene Wohlbefinden zum Nabel aller Dinge macht. Es ist aber auch kein Luxusgut, das man sich kaufen kann oder muss. Denn auch wenn teure Yoga-Retreats oder Duftkerzen heutzutage unter dem Überbegriff Selfcare reißenden Absatz finden, so ist die tägliche Selbstfürsorge vollkommen kostenlos. Oder sagen wir so: Sie wird Sie etwas Zeit kosten. Aber der Preis lohnt sich.

Dabei geht es nicht um eine allgemeine „Be happy“-Bewegung. Ständig glücklich sein zu müssen, klingt doch wahnsinnig anstrengend. Es geht mehr darum, fürsorglich mit sich selbst umzugehen. Mit dem Körper, der Seele und dem Geist. Liebevoll in sich hineinzuhorchen und den eigenen Bedürfnissen wohlwollend gegenüberzustehen, statt sie mit einem „jetzt nicht“ abzutun.
Jeder Mensch hat doch das Bedürfnis, körperlich und psychisch gesund zu sein. Dabei helfen schon kleine Routinen im Alltag, das zu erreichen – oder zu erhalten.

Verpassen Sie etwas
Die Angst, etwas zu verpassen führt oft dazu, dass wir Treffen zusagen, die wir eigentlich lieber absagen würden. Aber was, wenn das nun DIE Party wird, DIE geschäftliche Gelegenheit oder DAS Schnäppchen. Also tun wir viele Dinge, bei denen uns der Bauch signalisiert, dass wir heute eigentlich etwas anderes brauchen. Gestatten Sie Ihrem Bauch mal, recht zu haben und verpassen Sie mal ganz bewusst eine Gelegenheit, um zum Beispiel mit einem Buch in der Badewanne zu verschwinden.

Anti-Social Media
Der Griff zum Smartphone gehört zu Ihren ersten und letzten Aktivitäten des Tages? Ein Blick in das Leben der anderen kann schön sein, weil man daran teilhaben kann. Aber die Darstellung nach außen macht auch etwas mit uns. Wir sehen meist eine Fassade, mit der wir uns vergleichen und die aufs Gemüt schlägt. Wenn Sie merken, dass Ihnen das eigentlich nicht gut tut, lenken Sie Ihre Neugier lieber auf eine App, mit der Sie eine neue Sprache lernen oder fangen Sie doch mal mit kleinen Meditationsübungen an.

Bewegung!
Klar gehört auch Yoga dazu. Oder Schwimmen, Laufen und alles, was Ihnen sonst Spaß macht. Aber das ist der Punkt: Hier sollte es nicht um Selbstoptimierung und das Verbrennen von Kalorien gehen, sondern um Freude an der Bewegung. Nur dann bleiben wir auch dauerhaft am Ball. Dazu reicht es auch, in der Mittagspause mit den KollegInnen um den Block zu laufen. Mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren oder statt des Aufzugs die Treppe zu nehmen.

Bewusst essen
Gemeint ist nicht, dass Sie viel Gemüse essen und sich ausgewogen ernähren sollten. Das wissen Sie hoffentlich nicht erst seit heute. Sie wissen, was gesund ist und was ungesund. Aber entscheidend ist das Wie. Gesundes Essen gehetzt und im Stehen zu sich zu nehmen, ist im Rahmen einer Selbstfürsorge nicht sinnvoll. Nehmen Sie sich Zeit für ihr Essen, machen Sie es sich schön und genießen Sie jeden Bissen. Vielleicht ist danach sogar noch Zeit für einen kleinen Spaziergang?

5 x Danke
Gerade in den letzten zwei Jahren lautete die Parole oft „Durchhalten“. Dabei haben wir viel Schönes aus dem Blick verloren. Versuchen Sie doch einmal jeden Abend an fünf Dinge zu denken, die Sie heute gefreut haben. Ein nettes Gespräch, ein Lob, ein leckeres Essen. Sie werden sehen: mit diesen Gedanken einzuschlafen, stimmt Sie gleich positiver für den nächsten Tag.

Anmerkung:
Selbstfürsorge ist wichtig. Sich selbst immer wieder zurück und hinten anzustellen, macht auf Dauer unglücklich. Kleine Übungen können hier helfen. Wenn Sie aber merken, dass Ihnen das nicht hilft und Symptome wie langanhaltende Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Traurigkeit und Antriebslosigkeit dauerhaft spürbar sind, holen Sie sich professionelle Hilfe. HausärztInnen können solche Symptome richtig einordnen und weiterhelfen.