Asthma durch Hausstaubmilben.
Hausstaubmilben können bei Allergikerinnen und Allergikern Beschwerden wie Husten, Atemnot und ein Engegefühl in der Brust auslösen. Wenn daraus allergisches Asthma entsteht, helfen häufig inhalative Medikamente. Doch was ist, wenn die Beschwerden trotz Behandlung bestehen bleiben? Eine Immuntherapie in Tablettenform könnte eine ergänzende Möglichkeit sein.
Was ist eine Immuntherapie?
Bei einer spezifischen Immuntherapie soll sich das Immunsystem schrittweise an ein Allergen gewöhnen und langfristig weniger stark darauf reagieren. Bei der sogenannten sublingualen Immuntherapie (SLIT) wird das Allergen als Tablette oder Tropfen unter die Zunge gegeben.
Eine aktuelle Übersichtsarbeit hat untersucht, wie gut diese Behandlung bei Menschen mit Hausstaubmilben-bedingtem allergischem Asthma wirkt.
Was zeigt die Studie?
Die Forschenden werteten 15 Studien zur Immuntherapie mit Hausstaubmilbenextrakt aus. Dabei betrachteten sie vor allem Asthmasymptome, Lungenfunktion und den Bedarf an Medikamenten.
- Asthmasymptome: In 13 von 15 Studien verbesserten sich die Beschwerden signifikant.
- Lungenfunktion: Sechs von zehn Studien zeigten eine signifikante Verbesserung. Vier fanden keine eindeutige Veränderung.
- Medikamentenbedarf: Sechs von acht Studien berichteten über eine Verringerung der täglich benötigten inhalativen Kortikosteroide.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Immuntherapie die Asthmakontrolle bei manchen Betroffenen verbessern könnte. Allerdings fiel der Effekt nicht in allen untersuchten Bereichen gleich aus.
Für wen kommt die Behandlung infrage?
Die Therapie kann für Menschen mit nachgewiesener Hausstaubmilbenallergie und allergischem Asthma eine Option sein. Ob sie geeignet ist, sollte ärztlich geprüft werden.
Wichtig: Sie ist keine Akutbehandlung bei einem Asthmaanfall und ersetzt nicht automatisch die bisherigen Asthmamedikamente. Diese sollten niemals eigenständig reduziert oder abgesetzt werden.
Fazit
Die Studienauswertung liefert Hinweise darauf, dass eine Immuntherapie mit Hausstaubmilben-Tabletten Asthmasymptome lindern und den Bedarf an bestimmten Medikamenten verringern kann. Da die Ergebnisse zur Lungenfunktion uneinheitlich waren, sind weitere Untersuchungen wichtig.
Wer trotz Behandlung Beschwerden hat, kann mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt besprechen, ob eine Immuntherapie infrage kommt.