Psoriasis:
Warum verschlimmert sich Schuppenflechte manchmal scheinbar aus dem Nichts? Viele Menschen mit Psoriasis beobachten, dass sich ihre Haut in bestimmten Situationen verändert. Stress, Infekte oder Alkohol könnten dabei eine Rolle spielen. Eine internationale Studie mit 2.716 Betroffenen hat untersucht, welche möglichen Auslöser besonders häufig genannt werden.
Was ist Psoriasis eigentlich?
Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung. Das bedeutet, dass die Erkrankung langfristig bestehen bleibt und in Schüben auftreten kann.
Bei Psoriasis reagiert das Immunsystem fehlgeleitet und löst Entzündungen in der Haut aus. Die Hautzellen erneuern sich dadurch schneller als gewöhnlich. Es können gerötete, verdickte Hautstellen entstehen, die häufig von silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Oft sind Ellenbogen, Knie oder die Kopfhaut betroffen. Manche Menschen leiden zusätzlich unter Juckreiz oder Gelenkbeschwerden.
Die Erkrankung verläuft nicht bei allen gleich. Es gibt Phasen, in denen die Beschwerden stärker sind, und Zeiten, in denen sich die Haut deutlich beruhigt. Doch was beeinflusst diesen Verlauf?
Welche Auslöser spielen bei Psoriasis eine Rolle?
Viele Betroffene berichten, dass sich ihre Haut unter bestimmten Bedingungen verschlechtert. Solche möglichen Auslöser werden auch als Trigger bezeichnet. Welche Trigger besonders häufig vorkommen, haben Forschende in der internationalen PSODEEP1-Studie untersucht.
Dafür wurden zwischen Oktober 2022 und Februar 2024 insgesamt 2.716 Menschen mit Psoriasis aus Chile, Dänemark, den Niederlanden und Schweden online befragt.
Das Ergebnis: 71 Prozent der Teilnehmenden gaben an, mögliche Auslöser für ihre Erkrankung erkannt zu haben. Besonders häufig nannten sie drei Faktoren:
- Stress: 55,3 Prozent der Befragten nannten Stress als möglichen Auslöser.
- Infektionen: 17,7 Prozent berichteten von einem Zusammenhang zwischen Infektionen und ihrer Psoriasis.
- Alkohol: 10,8 Prozent der Teilnehmenden gaben Alkoholkonsum als möglichen Trigger an.
Außerdem berichteten 65 Prozent der Befragten von jahreszeitlichen Schwankungen ihrer Krankheitsaktivität. Bei vielen verlief die Erkrankung also nicht das ganze Jahr über gleich.
Warum könnte Stress die Haut beeinflussen?
Stress wirkt sich auf verschiedene Prozesse im Körper aus. Dabei spielen unter anderem Hormone und das Immunsystem eine Rolle. Bei einer entzündlichen Erkrankung wie Psoriasis könnte das dazu beitragen, dass sich Beschwerden verstärken.
Die Studienergebnisse passen zu den Erfahrungen vieler Betroffener: Mehr als die Hälfte der Befragten nannte Stress als möglichen Auslöser. Das macht Stress zu einem wichtigen Thema im Umgang mit der Erkrankung.
Allerdings ist eine wichtige Unterscheidung nötig: Die Studie zeigt, dass Betroffene einen Zusammenhang wahrnehmen. Sie beweist nicht, dass Stress tatsächlich jeden Schub auslöst. Auch können sich Hautbeschwerden und Stress gegenseitig beeinflussen. Juckreiz und sichtbare Hautveränderungen können beispielsweise selbst belastend sein.
Was kann helfen? Entspannung, regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf und bewusste Erholungsphasen können dabei unterstützen, mit Belastungen besser umzugehen. Stressmanagement ersetzt keine medizinische Behandlung, kann aber eine Ergänzung sein.
Welche Rolle spielen Infektionen und Alkohol?
Auch Infektionen wurden in der Befragung häufig als mögliche Auslöser genannt. Infekte können das Immunsystem aktivieren und bei manchen Menschen mit Psoriasis einen Krankheitsschub begünstigen.
Beim Alkohol berichteten deutlich weniger Teilnehmende von einem Zusammenhang als bei Stress. Dennoch kann es sinnvoll sein, die eigenen Beobachtungen ernst zu nehmen und darauf zu achten, ob sich die Haut nach Alkoholkonsum verändert.
Wichtig ist: Nicht jeder Mensch reagiert gleich. Ein möglicher Trigger bei einer Person muss bei einer anderen keine Rolle spielen.
Was bedeuten die Ergebnisse für den Alltag?
Die Studie zeigt, wie unterschiedlich Psoriasis verlaufen kann und welche Faktoren Betroffene selbst mit einer Verschlechterung ihrer Beschwerden verbinden.
Wer seine Erkrankung besser verstehen möchte, kann beobachten, wann sich die Haut verändert. Ein einfaches Tagebuch kann dabei helfen, mögliche Zusammenhänge mit Stress, Infekten, Alkohol oder der Jahreszeit zu erkennen. So lassen sich individuelle Muster möglicherweise leichter entdecken.
Die Ergebnisse liefern außerdem einen Ansatzpunkt für das Krankheitsmanagement: Neben einer passenden medizinischen Behandlung könnte es hilfreich sein, persönliche Belastungsfaktoren zu erkennen und den Umgang mit Stress zu verbessern.
Fazit: Die eigenen Trigger besser verstehen
Stress, Infektionen und Alkohol gehören zu den häufigsten möglichen Auslösern, die Menschen mit Psoriasis in der PSODEEP1-Studie nannten. Besonders auffällig war der Zusammenhang mit Stress, den mehr als die Hälfte der Befragten berichtete.
Die Ergebnisse unterstreichen, dass es sich lohnen kann, neben der medizinischen Behandlung auch den eigenen Alltag und mögliche Belastungsfaktoren im Blick zu behalten. Welche Faktoren tatsächlich eine Rolle spielen, ist individuell verschieden.
Wichtig: Wer unter anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden leidet, sollte die Behandlung mit einer Hautärztin oder einem Hautarzt besprechen. Eine gute Therapie bleibt die Grundlage für eine möglichst wirksame Kontrolle der Psoriasis.