Psychische Belastung durch
23. Juli 2023
Die Ergebnisse sind eindeutig: Der Nutzen einer Schuppenflechte-Behandlung wird durch Juckreiz erheblich verringert. Daher sollte dieses Symptom bei der Entscheidung über die Behandlung berücksichtigt werden, um psychische Begleiterkrankungen zu vermeiden.
Die Querschnittsstudie in Hamburg mit 107 Schuppenflechte-Patienten wurde am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) durchgeführt. Der Schweregrad der Krankheit wurde mithilfe des PASI-Scores (Psoriasis Area and Severity Index) bestimmt. Die Patienten gaben dabei auch die Stärke des Juckreizes an. Weitere Informationen der Patienten umfassten unter anderem die dermatologische Lebensqualität, die Lebensqualität in Bezug auf Juckreiz, den Nutzen der Behandlung, wahrgenommene Stigmatisierung sowie Beziehung und Sexualität.
Zum Hintergrund:
Stress spielt eine wichtige Rolle beim Auftreten und der Verschlimmerung von Schuppenflechte. Dies liegt an einer Überaktivierung der HPA-Achse, die aus dem Hypothalamus, der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) und der Nebennierenrinde besteht, sowie einer verstärkten Freisetzung von entzündungsfördernden Zytokinen. Die entzündlichen Prozesse in der Haut können wiederum aufgrund des unattraktiven Erscheinungsbildes der Haut und der Stigmatisierung zu Ängsten und depressiven Symptomen führen. Zusätzliche Risikofaktoren für psychische Begleiterkrankungen sind Juckreiz und betroffene intime Hautstellen (Genitalbereich), die nicht nur eine Folge der Schuppenflechte sein können, sondern auch zusätzlichen Stress auf die Schuppenflechte ausüben können.Ergebnisse der Studie
Die Studie ergab, dass Patienten mit mittelschwerem oder schwerem Juckreiz eine stärkere Beeinträchtigung der Lebensqualität erlebten, häufiger unter depressiven Symptomen, Ängsten und dysmorphischen Sorgen litten. Sie sahen auch geringere Vorteile der Behandlung im Vergleich zu Patienten ohne oder mit nur leichtem Juckreiz. Mittelschwerer oder schwerer Juckreiz spielte eine wichtige Rolle bei Depressionen und Stigmatisierung bei den Patienten, deren Genitalbereich nicht betroffen war. Bei Patienten mit Beteiligung des Genitalbereichs spielte die Stärke des Juckreizes hingegen eine weniger wichtige Rolle. Die Studie ergab auch, dass eine als geringer wahrgenommene Wirksamkeit der Behandlung mit einer höheren Wahrscheinlichkeit für klinisch bedeutsame Depressionen oder Ängste einherging.
Das Fazit
Mittelschwerer oder schwerer Juckreiz ist entscheidend für Depressionen und Stigmatisierung. Juckreiz führt also zu einer erheblichen Belastung und psychischen Problemen. Besonders bei Patienten ohne Beteiligung des Genitalbereichs. Mit dem Juckreiz geht auch eine geringere Einschätzung der Behandlungsvorteile bei der Schuppenflechte-Therapie einher. Symptome wie Juckreiz sollten daher stärker in die Entscheidung über die Behandlung einbezogen werden, um psychische Begleiterkrankungen zu vermeiden.
Referenz:
da Silva N, Augustin M, Hilbring C, Braren-von Stülpnagel CC, Sommer R. Psychological (co)morbidity in patients with psoriasis: the impact of pruritus and anogenital involvement on symptoms of depression and anxiety and on body dysmorphic concerns a cross-sectional study. BMJ Open. 2022 Sep 23;12(9):e055477. doi: 10.1136/bmjopen-2021-055477. PMID: 36153012; PMCID: PMC9511542. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36153012/
da Silva N, Augustin M, Hilbring C, Braren-von Stülpnagel CC, Sommer R. Psychological (co)morbidity in patients with psoriasis: the impact of pruritus and anogenital involvement on symptoms of depression and anxiety and on body dysmorphic concerns a cross-sectional study. BMJ Open. 2022 Sep 23;12(9):e055477. doi: 10.1136/bmjopen-2021-055477. PMID: 36153012; PMCID: PMC9511542. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36153012/